Historisches

Auszüge aus einer Festschrift zum 60-jährigen Jubiläum des CVJM Lockhausen 1987.

Als 1926 die alte Kirche eingeweiht wurde, waren endlich auch in Lockhausen Räumlichkeiten vorhanden, die die Gründung von Gemeindekreisen begünstigten. Ein Jahr später entstanden dann auch drei Gruppen, die das Lockhauser Leben seitdem aktiv mitgeprägt haben: die Frauenhilfe, der Kirchenchor und der CVJM. Diese Gemeindegruppen wurden im weiteren Verlauf zu wichtigen Bausteinen für den Aufbau einer selbständigen Kirchengemeinde Lockhausen.

Grundsätzliches

Grundlagen, Aufgaben und Ziele der "Christlichen Vereine Junger Menschen" (CVJM) sind erläutert in der 1855 erscheinenen, sogenannten "Pariser Basis". Hier heißt es:

"Die Christlichen Vereine Junger Männer haben den Zweck, solche jungen Männer miteinander zu verbinden, welche Jesus Christus nach der Heiligen Schrift als ihren Gott und Heiland anerkennen, in ihrem Glauben und Leben seine Jünger sein und gemeinsam danach trachten wollen, das Reich ihres Meisters unter jungen Männern auszubreiten."

Auch in Lockhausen fanden sich 1927 junge Männer zusammen, die diesen Zielen dienen wollten. Schon 1926, nach der Einweihung des Gemeindehauses, war der Wunsch laut geworden, in Lockhausen einen CVJM zu gründen. Im Januar 1927 kamen die Interessierten erneut zusammen und trafen sich von nun an regelmäßig jeden Dienstag. Pastor Schmidt und Superintendent Peters aus Bad Salzuflen übernahmen abwechselnd die Leitung, die sie aber schon kurze Zeit später an den jungen, nach Bad Salzuflen berufenen Vikar Weinold übergeben konnten.

Der Beginn

Die festliche Gründungsfeier fand, unter Mitwirkung des ebenfalls noch jungen Kirchenchores, am 27. November 1927 statt. Erste Mitarbeiter waren u.a. Karl Letmade, Wilhelm Speckmann, Fritz Diekmann, Fritz Schemmel, Karl Koch und August Wehmeier.

Nach dem Fortgang von Vikar Weinold, der mit seinem großen Engagement dem Lockhauser CVJM aus den Kinderschuhen geholfen hatte, übernahm Karl Letmade die Leitung. Er hatte sich auf einer Mitarbeiterfreizeit auf sein neues Amt vorbereitet. Der Vorstand setzte sich zusammen aus Karl Letmade (Vorsitzender), Wilhelm Speckmann (Kassierer) und Fritz Schemmel (Schriftführer).

"Körperliche Ertüchtigung"

Eine große Rolle spielte schon immer der Sport im CVJM. Doch das Problem war, dafür einen geeigneten Ort zu finden.

Einen freundlichen Gönner fand der Lockhauser Verein in Bauer Koring. Für das Kreisjugend-Turnfest, das am 25. und 26. August 1928 in Lockhausen stattfinden sollte, stellte er seine Weiden zur Verfügung. Darüber hinaus durfte der Lockhauser CVJM Korings Scheune im Winter als Übungsraum für Schlagball und Turnen benutzen.

Im Jahre 1930 entstand die Jungschar-Gruppe, die sich aus etwa 60 zehn- bis vierzehnjährigen Jungen zusammensetzte. In einheitlicher Kluft - grünes Hemd und dunkle Hose - fuhr man zu Freizeiten und Zeltlagern.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten, 1933, wurde die CVJM-Arbeit immer schwieriger. Die einheitliche Kleidung wurde verboten, die Jungschar wurde der Hitlerjugend eingegliedert. In den Kriegsjahren kam das Vereinsleben völlig zum Erliegen.

Nach dem Krieg

1947 wurde der CVJM wieder aktiv. Karl Letmade und Wilhelm Speckmann übernahmen der Vorsitz und die Zahl der Mitglieder stieg langsam wieder an. Es entstand eine Tischtennisgruppe und 1951 wurde eine Modellflug-Gruppe gegründet, die unter der fachmännischen Leitung von Karl-Heinrich Wiemann auf den verschiedenen Wettbewerben immer wieder für gute Ergebnisse sorgte.

Am 23. Juni 1960 wurde der Posaunenchor ins Leben gerufen. Er wurde in den CVJM eingegliedert und stand anfänglich unter der Leitung von Günter Heitkamp. 1962 konnte der Posaunenchor erstmalig am Bundesposaunenfest in der Dormunder Westfalenhalle teilnehmen.

Am 15. Oktober 1967 beging der CVJM Lockhausen sein 40-jähriges Jubiläum. Den Festgottesdienst hielt Oberkirchenrat Schmidt aus Bielefeld.

Eine spektakuläre Hilfsaktion

In dasselbe Jahr fiel auch eine spektakuläre Hilfsaktion der Jungschar-Gruppe. Um die "Aktion Sorgenkind" des Zweiten Deutschen Fernsehens zu unterstützen, wurde beschlossen, Rabattmarken zu sammeln. Unter dem Motto "Kinder helfen Kindern" klebten die Lockhauser Jungscharler über 70000 Rabattmarken in die kleinen Sammelheftchen. Letztendlich konnten 455,37 DM überwiesen werden. Außerdem wurde über diese ungewöhnliche Idee im Fernsehen berichtet, was die jungen Sammlerherzen sicherlich besonders hoch schlagen ließ. Eine ähnliche Initiative wurde auch 1968 gestartet, doch wurden diesmal keine Rabattmarken gesammelt, sondern 18000 Flaschen. Erwähnt werden sollte in diesem Zusammenhang auch die alljährliche Christbaumaktion. In jedem Januar holen die "CVJM-ler" die ausgedienten Bäume ab und spenden das dabei erhaltene Geld wohltätigen Zwecken.

1977 stand die 50-Jahrfeier auf dem Programm. Zwei Festgottesdienste am 8. und 15. Mai, gehalten von H.J. Zimmermann und Pastor Diehl vom Westbund, bildeten den Rahmen einer Woche, in der die Lockhauser Gemeinde zu offenen Abenden ins Gemeinehaus einlud.

1983 wurde Manfred Kluge zum Vorsitzenden des CVJM gewählt. Die alte Satzung wurde neu überarbeitet und die Umbenennung in "Christlicher Verein junger Menschen" (vorher: Männer) wurde nun auch für Lockhausen beantragt und genehmigt.

60-jähriges Jubiläum in 1987

Die Zahl der eingeschriebenen Mitglieder betrug 1987 etwa 70, erreicht wurden aber bei weitem mehr junge Menschen.

Die Feier zum 60-jährigen Bestehen fand am Wochenende vom 6. bis 8. November statt. Der Freitag stand under dem Motto "Die CVJM-Familie feiert", ein Jugendabend fand am Samstag statt und, den Abschluß bildete am Sonntag ein Festgottesdienst, in dem Bernd Reininghaus vom Westbund die Predigt hielt.

(Der Autor ist leider unbekannt.)


 

Update: 12.08.2001, U.W.

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